Donnerstag, 25.03.2021

Knochenbrecher in Aktion

Bartgeier ernähren sich von Knochen. Ein neues Video in slow-motion zeigt wie Bartgeier grosse Knochen aus der Luft fallen lassen und so in kleine Stücke zerteilen.

 

Der Bartgeier ist ein Nahrungsspezialist und ernährt sich nahezu ausschliesslich von Knochen. Diese sind sehr nahrhaft und enthalten viel Eiweiss, Fett und Mineralstoffe. Als spezielle anatomische Anpassung an diese harte Nahrung befindet sich die Öffnung der Luftröhre sehr weit vorne im Schnabel. Daher können die Geier weiteratmen, auch wenn mal ein Knochen in der Speiseröhre feststeckt.

Wenn Knochen vom Himmel fallen

Der Bartgeier schluckt Knochenstücke, die etwa die Länge eines menschlichen Unterarms haben und bis zu zehn Zentimeter dick sind. Alle grösseren Knochen muss er jedoch zuerst zerkleinern. Dazu fliegt er jeweils mit dem Knochen in den Krallen über die Geröllhalden und lässt ihn über sogenannten Knochenschmieden aus der Höhe niedersausen. Er macht das solange, bis die Knochenbruchstücke eine schluckbare Grösse haben.

Üben, üben, üben

Das Verhalten des Knochenbrechens ist zwar angeboren, die Technik muss jedoch geübt werden. Die Junggeier beginnen damit bereits vier bis sechs Wochen nach ihrem ersten Flug. Meist sind sie zu Beginn ziemlich ungeschickt und nicht sehr erfolgreich. Daher heisst es: üben, üben und nochmals üben.

Video zeigt den Knochenbrecher in Aktion

Gute Videodokumente von diesem Verhalten sind selten. Olivier Staiger hat uns nun einmalige Aufnahmen zur Verfügung gestellt. Sie zeigen einen adulten Bartgeier, der einen dicken Knochen mit sich trägt und diesen wiederholt fallen lässt.

 

Aktuellste Beiträge

  • Donnerstag, 25.03.2021
    Schulkinder sind Paten von Leo-Ni
    Die Schüler und Schülerinnen der Walliser Schulregion Raron haben uns und den Bartgeiern ein ganz besonderes Geschenk gemacht. Mit einem Sponsorenlauf...
  • Donnerstag, 25.03.2021
    Es ist Kükenzeit
    Die Stiftung Pro Bartgeier plant, auch diesen Frühsommer wieder junge Bartgeier bei Melchsee-Frutt auszuwildern (Auswilderung 2021>>). Damit wir...
  • Donnerstag, 25.03.2021
    Bartgeierschutz mit Habitatmodell
    Welche Habitate eignen sich besonders gut für Bartgeier? Diese Frage hat Sergio Vignali im Rahmen eines Forschungsprojekts an der Universität Bern (Ab...
  • Donnerstag, 25.03.2021
    Knochenbrecher in Aktion
    Bartgeier ernähren sich von Knochen. Ein neues Video in slow-motion zeigt wie Bartgeier grosse Knochen aus der Luft fallen lassen und so in kleine Stü...
  • Donnerstag, 25.03.2021
    Sempach II wieder gesichtet
    Seit Mai 2020 waren keine Beobachtungen vom Bartgeierweibchen Sempach II mehr bei uns eingetroffen. Damals mussten wir feststellen, dass Sempach II ih...
  • Donnerstag, 25.03.2021
    Mison zurück in Les Baronnies
    Die im Wallis wildgeschlüpfte Mison können wir überwachen, weil wir ihr bei einem Rückfang einen GPS-Sender montieren konnten. Sie war im September 20...
  • Mittwoch, 24.03.2021
    Schils: Ein erster Brutversuch
    Nachdem Schils lange Zeit weite Streifzüge im Alpenraum unternommen und zwischendurch sogar einen Ausflug nach Holland gemacht hatte, war er ab Frühli...
  • Samstag, 20.03.2021
    Dank Genetik: "Ausreisser" erkannt
    Im Verlauf des Jahres 2020 entpuppten sich gleich zwei Junggeier als "Ausreisser" und wurden an für Bartgeier untypischen Orten entdeckt. Einer de...